Schulungsveranstaltung Hackschnitzel
Am 4. Juni 2009 fand eine gemeinsame Informations- und Schulungsveranstaltung der Forstbetriebsgemeinschaft Engter und der Freien Waldorfschule Evinghausen statt.
Die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Engter führen jährlich eine sogenannte Waldbegehung durch, in der sie sich aktuellen Fragen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung widmen.
Nachdem im Frühjahr d. J. die gemeinsame Kooperationserklärung zwischen der Forstbetriebsgemeinschaft und der Freien Waldorfschule verabschiedet und unterzeichnet wurde, hatte sich der Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft entschlossen im Rahmen der diesjährigen Waldbegehung gemeinsam mit der Freien Waldorfschule eine erste Informations- und Schulungsveranstaltung für seine Mitglieder zum Themenbereich Holzhackschnitzelherstellung, Holzhackschnitzelheizungsanlagen und Betriebserfahrungen mit der Holzhackschnitzelheizungsanlage der Freien Waldorfschule durchzuführen. Ziel der Veranstaltung war, die Mitglieder umfassend über den angeführten Themenbereich zu informieren und die Zusammenarbeit bei der Nutzung von Schwachholz für die Wärmeversorgung zu intensivieren.
Die Veranstaltung mit ca. 50 Teilnehmern begann mit einer Besichtigung auf dem Hof des Landwirtes Rolf Bruning. Dort wurden in einer Begehung der Holzhackschnitzellagerstätte die Prozesse und Verfahren zur energieneutralen Trocknung von Holzhackschnitzeln bis zum gewünschten Trocknungsgrad von ca. 20% Restfeuchte dargestellt. Unter anderem wurden die Bedeutung des passenden Zeitpunktes beim Holzeinschlag, gegebenenfalls die Zwischenlagerung des Hackgutes, und andere Rahmenbedingungen dargestellt.
Daran anschließend erfolgte die Besichtigung der Holzhackschnitzelheizungsanlage der Freien Waldorfschule. In zwei Gruppen informierten sich die Mitglieder umfassend über die Hackschnitzelanlieferung, das Silo und die Anlagentechnik sowie die Betriebserfahrungen mit der Heizung. Die jeweils andere Gruppe nutzte die Zeit um sich parallel dazu über das pädagogische Konzept der Schule zu informieren; vor allem interessierte der handwerkliche Unterricht und die entsprechenden Schulwerkstätten.
Besonderer Augenmerk lag beim Vortrag auf der Verfahrenstechnik zur Holzbereitstellung für die Hackschnitzelproduktion. Am Beispiel von Pflegehieben an Windschutzstreifen und Wallhecken wurden die verschiedenen Aufarbeitungs- und Nutzungsverfahren verglichen. Dabei wurde offensichtlich, dass das Verfahren "Motormanuelle Fällung mit anschließender Vollstammnutzung durch einen entsprechenden Hacker" bezüglich Zeit- und Energieaufwand favorisiert werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die automatische Räumung der Einschlagsfächen durch die Vollstammnutzung, so dass die landwirtschaftlichen Flächen ohne zusätzliche Räumung und weiteres Befahren genutzt werden können.
In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde dankten die anwesenden Mitglieder dem Referenten für die umfangreichen Informationen. Die vorgestellten Hinweise und Tipps aus den bisherigen Erfahrungen sind hilfreich für die weiteren Aktivitäten der Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft bei der Versorgung der Schule mit hochwertigen Holzhackschnitzeln.
Rainer Klostermann
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