Erfahrbare Nachhaltigkeit Blog Diskussionvorschlag: Gesamtenergiekonzept?
Diskussionvorschlag: Gesamtenergiekonzept? Drucken E-Mail
Montag, den 01. Februar 2010 um 15:55 Uhr

Ein Leserbeitrag aus dem schulischen Wochenblatt vom 11.12.2009:

"Unser ökologisches Konzept setzt an der Menschenbildung an und führt dann zum konkreten Handeln im jeweils eigenen Lebensumfeld".

(Zitat WoBla 15 vom 04.12.09)

Das Handeln im "eigenen Lebensumfeld" reicht nicht. Wir müssen über den Rand schauen und ein Gesamtkonzept anwenden!

Der Hauptenergieverbrauch unserer Schule resultiert aus Transport und Verkehr, ohne anwesende SchülerInnen keine Schule. Der Einbau der Holzhackschnitzelheizung hat einen ähnlich wirkungsarmen Effekt in der Gesamtenergiebilanz, wie die Verwendung von Energiesparlampen im Haushalt, ca. 3 %.

Dazu folgende grobe Rechnung:

Seit ca. 8 Jahren gehen unsere Kinder in Evinghausen zur Schule. Aus verschiedenen Gründen ergeben sich durchschnittlich 100 Schulfahrten à 25 km pro Jahr, ca. 20.000 km für Ø zwei Personen. Ein neues, ökologisch gutes Auto stößt dabei nur 138g CO2/km aus. Das sind pro Person bis heute 70g*20.000km=1,4 to CO2. Wenn die Schulzeit in 4 Jahren für den Ältesten endet, hat er also ohne Schulbus grob gerechnet 2 TONNEN CO2 produziert.

Genannter PKW mit einer Leistung von 68 kW bei 6200 U/min-1 verbraucht auf einem Schulweg von Bramsche-Evinghausen-Bramsche auf 25 km Fahrtweg ca. 35kW*0,5h*3(Wärmeverlust)= 50 kWh. Täglich fahren (geschätzt) etwa 100 KFZ die Schule an. Will die Schule ökologisch wirksam handeln, muss am Transportwesen angesetzt werden.

Was ist zu tun?

  1. Bewusstseinsbildung bei allen Beteiligten LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen aller Klassenstufen, dass der Schulweg der größte Energieverbraucher ist

  2. Ermittlung valider Daten zur Zielformulierung, z.B. Halbierung des CO2-Ausstoßes (Facharbeit?)

  3. Einrichtung eines Ideenpools auf der Schulhomepage, damit effiziente Maßnahmen verbreitet, diskutiert und realisiert werden können, wie z.B.:

  4. Bereitstellung guter Radwege, befestigt, beleuchtet, steigungsarm.

  5. Eine sms-gesteuerte Mitfahrzentrale

  6. Parkgebühr: Jedes Befahren der Parkplätze kostet € 2,-. Das schmerzt jeden und zwingt automatisch zur Beschränkung auf notwendigste Fahrten und zur Bildung von Fahrgemeinschaften. Eine Kommission aus SchülerInnen entscheidet, welche Argumente eine Rückerstattung rechtfertigen. Das Geld wird zur Optimierung der ökologischen Gesamtbilanz der Schule verwendet

  7. Halbstündiger Kleinbusshuttle auf den Hauptrouten, finanziert aus 6.

Es wäre doch gelacht, wenn sich der Spruch „Waldis sind keine Ökos“ bewahrheiten würde und wir nicht in der Lage sind, hinterm Ofen hervorzukriechen und in unserem Landkreis einen schwierigen Schulstandort umweltschonend zu gestalten.

Von Christian Kahlmeier

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 11:59 Uhr
 

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